Was ist eigentlich wesentlich? 

Die Welt ist ambivalent, widersprüchlich, kompliziert. Es gibt oft keine eindeutige Antwort. So manches offenbart sich erst im Nachhinein oder auch gar nicht. 

Menschen wollen Frieden und entfachen Streit darüber, wie man dorthin gelangt.

Die einen entwickeln Tugenden wie Klugheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit und Maß,
die anderen lassen sich treiben und haben das Motto: Ich will Spaß, so bin ich halt.

Die einen behandeln ihre Mitmenschen gerecht,
andere gehen über Leichen.

Manche suchen nach Wahrheit und Erkenntnis,
andere versuchen mit einigem Aufwand, ihre Mitmenschen genau daran zu hindern.

Manche reiben sich auf dabei, Dinge ändern zu wollen, die nicht zu ändern sind,
andere leiden unter Umständen, die sie leicht selbst ändern könnten.

Manche bauen sich hingebungsvoll und geduldig etwas auf und freuen sich trotz gelegentlicher Rückschläge an ihren Erfolgen,
andere hadern mit ihrem Schicksal, ärgern sich über den Erfolg der anderen und möchten am liebsten alles kaputt machen.

Den einen sind Reichtum, Klugheit, Schönheit und Gesundheit in die Wiege gelegt,
andere sind nur reich oder nur schön, wieder andere haben weder das eine noch das andere.

Manche üben sich lebenslang im Selbstdenken,
andere folgen einfach dem lautesten Schreihals.

Leben in Angst: Was sollen denn die Nachbarn denken?

Manche haben naturwissenschaftliches Verständnis und können zwischen Meinungen und Fakten unterscheiden,
andere wenden rhetorische Kniffe (Schopenhauer: Die Kunst, Recht zu behalten) auf Fakten an.

Es wird gesagt:

Angst ist ein schlechter Ratgeber.

Zu viele Köche verderben den Brei.

Wenn der erste Knopf falsch ist, sind alle anderen Knöpfe auch falsch.

Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Man sieht das, was man sehen will.

Sind die Prämissen, Axiome, Dogmen falsch, sind die Folgerungen daraus wertlos.

Naturwissenschaft ist keine Mehrheitsentscheidung und kein Ergebnis von Disputation.

Skepsis ist die Voraussetzung zur Erkenntnis.

Thomas Kroll 2020